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Grundlagen

Glossar

Marketing & MetrikenSystemlogik & Modelle

AOV

Average Order Value

Durchschnittlicher Bestellwert. Gesamtumsatz geteilt durch Anzahl der Bestellungen in einem definierten Zeitraum. Relevante Größe für die Bewertung von Kampagneneffizienz und Produktmix.

Attribution

Zuordnung von Conversions zu den Kanälen und Touchpoints, die sie verursacht haben. Fragmentierte Tracking-Strukturen und Plattformveränderungen erzeugen Attributionsdaten, die das tatsächliche Ergebnis nur ausschnittsweise abbilden.

Blended CAC

Gesamte Marketingausgaben geteilt durch alle Käufer, einschließlich Bestandskunden. Verdeckt den tatsächlichen Akquiseaufwand pro Neukunde und ist als Entscheidungsgrundlage für Kampagnensteuerung ungeeignet.

Break-Even-Kaufnummer

Der Kauf, ab dem die kumulierte Contribution Margin den CAC übersteigt. Bestimmt, wie viele Folgekäufe nötig sind, damit ein Neukunde wirtschaftlich tragbar wird.

CAC

Customer Acquisition Cost

Kosten, die entstehen um einen zahlenden Neukunden über bezahlte Kanäle zu gewinnen. Direkte Konsequenz aus Creative-Qualität, Zielgruppenpräzision und Kampagnenführung.

LTV

Customer Lifetime Value

Gesamter Deckungsbeitrag, den ein Kunde über seine gesamte Kundenbeziehung einbringt. Bestimmt, wie viel für Akquise ausgegeben werden darf, ohne die Wirtschaftlichkeit zu gefährden.

COGS

Cost of Goods Sold

Direkte Produktionskosten eines physischen Produkts. Umfasst Rohstoffe, Verpackung, Herstellungskosten, Logistik und Fulfillment sowie regulatorische Kosten. Bestimmt die Marge, die für Akquise zur Verfügung steht.

Contribution Margin

Das, was nach direkten Produktionskosten übrig bleibt. Grundlage für die Berechnung der verfügbaren Marge pro Akquise.

CPA

Cost per Acquisition

Kosten pro erzielter Conversion, abhängig von der Definition der Conversion. Häufig synonym zu CAC verwendet, bezieht sich aber auf eine definierte Zielaktion und nicht zwingend auf einen Erstkauf.

CPM

Cost per Mille

Kosten pro tausend Werbeeinblendungen. Steigt bei Creative Fatigue und zunehmender Plattformkongestion. Direkter Einfluss auf die Kampagneneffizienz.

Creative Fatigue

Nachlassende Wirkung von Creatives bei steigender Auslieferungsfrequenz. Äußert sich in steigendem CPM und sinkender Conversion. Entsteht, wenn Creative-Produktion als einmaliger Prozess verstanden wird.

CRO

Conversion Rate Optimierung

Systematische Verbesserung des Anteils an Besuchern, die eine definierte Zielaktion ausführen. Betrifft Landing Pages, Produktseiten und Checkout-Prozesse.

CTR

Click-Through Rate

Verhältnis von Klicks zu Impressionen einer Anzeige. Direkter Indikator für Creative-Relevanz und Zielgruppenfit. Niedriger CTR erhöht den effektiven CPM, da Plattformen weniger geklickte Anzeigen in der Auktion benachteiligen.

Cross-Channel Kannibalisierung

Interne Konkurrenz zwischen Kanälen, die ohne saubere Attributionslogik gleichzeitig bespielt werden. Budget verschiebt sich auf Kanäle, die Conversions melden, nicht auf Kanäle, die sie verursachen.

D2C

Direct to Consumer

Geschäftsmodell, bei dem Marken ihre Produkte direkt an Endkunden verkaufen, ohne Zwischenhandel. Wachstum über bezahlte Kanäle ist strukturell abhängig von einer tragfähigen Einheitsökonomie.

Diskontierungsrate

Faktor, der den Zeitwert zukünftiger Einnahmen berücksichtigt. Folgekäufe in der Zukunft sind weniger wert als Käufe heute. Relevant für die barwertbereinigte Berechnung des LTV.

Einheitsökonomie

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung auf Ebene einer einzelnen Kundenbeziehung. Setzt CAC, COGS und LTV in Relation. Bestimmt, ob Wachstum über Paid Media wirtschaftlich tragbar ist.

First-Party Daten

Kundendaten, die direkt erhoben werden: Käufe, Klicks, Verhalten auf der eigenen Seite. Unabhängig von Plattformveränderungen und Cookie-Restriktionen. Grundlage für stabile Kampagnenentscheidungen.

GA4

Google Analytics 4

Aktuelle Version von Google Analytics. Ereignisbasiertes Tracking-System mit eingeschränkter Cookie-Abhängigkeit. Nachfolger von Universal Analytics.

GTM

Google Tag Manager

Tag-Management-System zur zentralen Verwaltung von Tracking-Codes und Marketing-Tags ohne direkte Eingriffe in den Website-Code.

MER

Marketing Efficiency Ratio

Verhältnis von Gesamtumsatz zu Gesamtmarketingausgaben über alle Kanäle. Gegenstück zu ROAS auf Gesamtebene. Relevante Kennzahl für die Beurteilung der Gesamtprofitabilität des Marketings.

Paid Media

Bezahlte Werbeplatzierungen auf externen Plattformen. Umfasst Meta Ads, Google Ads, TikTok Ads und vergleichbare Kanäle. Skaliert Bestellvolumen und Kundenanfragen gleichzeitig.

Platform-Konzentration

Abhängigkeit von einer einzigen Werbeplattform für den Großteil des Budgets. Erzeugt strukturelles Risiko bei Algorithmusänderungen, CPM-Anstiegen oder Policy-Änderungen.

Post-Purchase Experience

Gesamtheit der Kundenerfahrung nach dem Kauf. Umfasst Lieferkommunikation, Produkterlebnis und Kundenservice. Direkter Einfluss auf Wiederkaufrate und LTV.

Retention Rate

Anteil der Kunden, die innerhalb eines definierten Zeitraums erneut kaufen. Stärkster Einzelhebel auf den LTV. Eine Steigerung der Retention Rate von 30% auf 70% mehr als verdoppelt den LTV bei konstanter Marge.

Reverse ETL

Prozess, der Daten aus einem zentralen Data Warehouse in operative Systeme zurückspielt. Macht Kundendaten für Kampagnensteuerung, CRM und Personalisierung nutzbar.

ROAS

Return on Ad Spend

Verhältnis von generiertem Umsatz zu eingesetztem Werbebudget auf Kampagnenebene. Aussagekräftig auf Einzelkampagnenebene, verdeckt die Gesamtprofitabilität des Marketings ohne Betrachtung des MER.

Server-Side Tracking

Tracking-Methode, bei der Daten über einen eigenen Server erfasst werden. Reduziert Abhängigkeit von Browser-Cookies und erhöht Datenqualität bei steigenden Client-Side-Restriktionen.

UGC

User Generated Content

Inhalte, die von Kunden oder Nutzern erstellt werden. Authentisches Werbematerial mit nachweislich hoher Relevanz für D2C-Kampagnen im Health und Beauty Bereich.

Systemlogik & Modelle

Algorithmische und statistische Konzepte, die moderne Performance-Systeme strukturieren.

Causal Inference

Vgl. Incrementality Testing, Counterfactual Evaluation

Statistische Methodik zur Unterscheidung von Korrelation und Kausalität in Observationsdaten. Grundlage für belastbare Wirksamkeitsmessungen ohne kontrolliertes Experiment.

Cold Start Problem

Vgl. Multi-Armed Bandit, Exploration vs. Exploitation

Systemzustand, in dem ein Empfehlungs- oder Bidding-Algorithmus aufgrund fehlender historischer Daten keine zuverlässigen Vorhersagen liefert. Relevant bei Produktneueinführungen und neuen Zielgruppen.

Counterfactual Evaluation

Vgl. Causal Inference, Incrementality Testing

Bewertungsmethode, die das tatsächliche Ergebnis gegen ein hypothetisches Szenario ohne Intervention misst. Ermöglicht echte Inkrementalitätsmessung jenseits von Last-Click-Attribution.

Covariate Shift

Vgl. Data Drift

Verteilungsverschiebung zwischen Trainings- und Inferenzdaten bei gleichbleibender Zielstruktur. Führt zu stiller Modelldegeneration ohne expliziten Fehler – ein häufiger Grund für unerklärliche Performanceverluste.

Data Drift

Vgl. Covariate Shift, Lookalike Saturation

Zeitliche Veränderung der statistischen Eigenschaften von Eingabedaten. Macht periodische Neutrainierung von ML-Modellen erforderlich und untergräbt statische Lookalike-Audiences.

Exploration vs. Exploitation

Vgl. Multi-Armed Bandit, Thompson Sampling

Grundlegendes Spannungsfeld in sequenziellen Entscheidungssystemen: Ressourcen für bekannte, profitable Optionen einsetzen oder in neue, unsichere Optionen investieren, um langfristig bessere Ergebnisse zu erzielen.

Ghost Bidding

Vgl. Incrementality Testing, Counterfactual Evaluation

Kontrolltechnik in Online-Auktionen, bei der Bids für Nutzer abgegeben werden, denen die Werbung nicht ausgespielt wird. Erzeugt eine saubere Kontrollgruppe für Inkrementalitätsmessungen ohne externe Experimente.

Incrementality Testing

Vgl. Causal Inference, Ghost Bidding

Kausalexperiment zur Messung des echten Uplift durch eine Marketingmaßnahme gegenüber einer Kontrollgruppe. Einzige methodisch saubere Alternative zur attributionsbasierten Wirksamkeitsmessung.

Lookalike Saturation

Vgl. Data Drift, Cold Start Problem

Zustand, in dem eine Lookalike-Audience erschöpft ist und das Modell zunehmend unähnlichere Nutzer einschließt. Äußert sich in steigendem CPM bei sinkender Conversion Rate.

Multi-Armed Bandit

Vgl. Exploration vs. Exploitation, Thompson Sampling

Algorithmus zur adaptiven Ressourcenallokation unter Unsicherheit. Verteilt Budget dynamisch auf Basis laufender Ergebnisse, ohne auf den Abschluss eines vollständigen A/B-Tests zu warten.

Predictive LTV

Vgl. Value-Based Bidding, Propensity Scoring

Statistisches Modell zur Vorhersage des individuellen Customer Lifetime Value auf Basis von Kaufhistorie, Produktkategorie und Verhaltensmustern. Ermöglicht differentielle Gebote nach erwartetem Kundenwert statt nach Erstbestellwert.

Propensity Scoring

Vgl. Predictive LTV, Causal Inference

Schätzung der Wahrscheinlichkeit, mit der ein Individuum eine definierte Aktion ausführt. Anwendung in Zielgruppenqualifizierung, Churn-Prävention und kausalem Matching in Observationsstudien.

Signal Loss

Vgl. Covariate Shift

Strukturelle Verschlechterung der Datenqualität durch Cookie-Restriktionen, iOS-Privacy-Updates und plattformseitige Aggregation. Macht Conversion Modelling und First-Party-Datenstrategie zur operativen Notwendigkeit.

Thompson Sampling

Vgl. Multi-Armed Bandit, Exploration vs. Exploitation

Bayesianischer Algorithmus für das Exploration-Exploitation-Problem. Wählt Aktionen proportional zur Wahrscheinlichkeit, dass sie optimal sind, und aktualisiert seine Schätzungen kontinuierlich mit eingehenden Daten.

Uplift Modeling

Vgl. Causal Inference, Incrementality Testing

Modellierungsansatz, der nicht die Responserate insgesamt vorhersagt, sondern den kausalen Effekt einer Intervention auf ein Individuum. Identifiziert die Segmente, die durch Werbung tatsächlich beeinflusst werden.

Value-Based Bidding

Vgl. Predictive LTV, Propensity Scoring

Gebotsstrategie, bei der Plattformsysteme nicht auf Conversion-Volumen, sondern auf den erwarteten Kundenwert optimieren. Setzt valide LTV- oder Revenue-Signale an der Plattformschnittstelle voraus.